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Pediculosis
Gesellschaft e.V.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Zur Wirksamkeit der anderen - nicht unter anerkannt aufgeführten - Produkte sind keine brauchbaren Daten bekannt. Die Hersteller versprechen beste Wirksamkeit ohne Nebenwirkungen und Gefahren. Manche Hersteller empfehlen ihre Präparate sogar zur Vorbeugung.  Ob diese Wirkstoffe verträglich genug sind und wirklich keine Nebenwirkungen haben, ist nicht durch klinische Studien oder ein amtliches Zulassungsverfahren belegt. Auch dass ein Wirkstoff pflanzlichen bzw. “natürlichen” Ursprungs ist, bedeutet nicht automatisch, dass er für den Menschen unbedenklich ist (denken Sie z.B. mal an Giftpilze).

Seien Sie also nicht verwundert, wenn Ihnen jemand das Blaue vom Himmel verspricht. Letztenendes ist es nicht überraschend, dass zu jeder Nachfrage - und sei sie noch so unerfüllbar - jemand ein passendes Angebot macht. Und so manches Abwehrshampoo, Umgebungsspay oder Spezialwaschmittel mag ja wenigstens zur Beruhigung der Eltern beigetragen haben. Da freut sich der Hersteller und der Apotheker und der Käufer. Das ist dann eine echte Win-Win Situation (auch für die Läuse).

Dass es keine ausreichenden Belege für die Wirksamkeit anderer Mittel gibt, heißt natürlich nicht, dass sie unwirksam sein müssen, nur reicht es eben nicht für eine Empfehlung.

Sonstige Ideen

Sicherlich ist alles, was der Haushalt so hergibt schonmal gegen Kopfläuse versucht worden. Der Einsatz von Essig gehört dazu. Er hat auf die Läuse ebenso keine Wirkung, wie auf den Klebstoff der Eier. Kaisernatron soll ebenso den Eikleber lösen, was auch noch niemand nachgewiesen hat. Der Eikleber ist so stabil, dass häufig eher die Haare ausreißen, als dass sich die Eier ablösen lassen.

In den Foren des Internet können Sie Beiträge verzweifelter Eltern lesen, die es mit Spiritus, Teebaumöl, Sonnenblumenöl, Aloe-Vera und vielen anderen Flüssigkeiten des täglichen Lebens versucht haben. Lassen sie das bleiben. Sicherlich sind die Läuse erstmal unbeweglich - dafür genügt schon Wasser - sie erholen sich aber in der Regel wieder. Und vieles von dem ist auf Kinderköpfen weder Gesund, noch angenehm zu ertragen. Von der Feuergefährlichkeit mal ganz abgesehen.

Auch von Saunabesuchen liest man gelegentlich. Die Wirksamkeit darf bezweifelt werden, die Temperaturen, die die Läuse schädigen, sind auch für die Kopfhaut nicht gesund. Der Besuch einer öffentlichen Sauna mit Kopfläusen ist nicht anzuraten, wenn Sie nicht rausfliegen wollen. Ähnliche Einwände gelten für die Anwendung von Trockenhauben.

Kahlscheren des Kopfes ist eine wirksame Behandlungsmehode. Es beugt auch einer Wiederansteckung vor, solange die nachwachsenden Haare noch kurz sind. Sie sollten das auf keinen Fall gegen den Willen ihres Kindes tun, es gibt genügend andere wirksame Behandlungsmöglichkeiten. Wir haben aber von Familien gehört, in denen die Kinder das ganz lustig fanden, besonders wenn die Eltern auch mitmachen. Sie können das ja mal mit dem Nachwuchs diskutieren. 

Elektrische Kämme

Zur Wirksamkeit elektrischer Kämme gibt es keine brauchbaren Daten. Das Fernsehmagazin WISO hat zusammen mit dem Umweltbundesamt einen elektrischen Kamm untersucht und konnte die Versprechungen des Herstellers nicht bestätigen. Unabhängig davon sind diese Kämme relativ teuer, können nur in trockenem Haar angewandt werden und erzeugen teilweise unangenehme Fieptöne. Hochfrequenten Wechselstrom - benachbarte Zinken sind jeweils gegensätzlich geladen - auf Kinderköpfen anzuwenden, ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Die Wirkung auf Läuse ist vermutlich nur vorübergehend, eine Wirkung auf Eier nicht vorhanden.

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